Beiträge von KJ201015

    Ich dachte, ich werfe in diesem Thema mal ein Bild bezüglich des Fahrwerks an meiner Renault Zoe ein.


    Ist natürlich längst alles neu, und das Fahrverhalten finde ich super.


    Aber ich muss auch sagen, dass ich noch nie – wirklich noch nie – so schreckliche Stoßdämpfer gesehen habe. Nicht einmal an meinem über 30 Jahre alten Mazda 323F.


    Abgesehen davon, dass die Feder einen Bruch hatte, war der Stoßdämpfer dermaßen verrostet, dass sogar der Federteller durch Rostfraß Löcher hatte. Echt heftig. Als hätte man den Wagen in ein Salzbad getaucht.


    HINWEIS!


    Es haben sich einige Schreibfehler eingeschlichen. Eine verbesserte Version wird folgen. Auf die schnelle konnte ich jetzt aber erstmal nicht sooft korrektur lesen.


    Ich bitte um Nachsicht.

    So. Hier endlich die versprochene Anleitung.

    Diese beinhaltet aber nur den Ausbau und Test der Teile. Zusammenbau erfolgt in gleicher Reihenfolge nur eben Rückwärtig. Zum Entlüften habe ich zuvor in der Anleitung etwas geschrieben. Dies wird gegebenfalls in der Anleitung bebildert erweitert. Weiss aber nicht ob ich hierzu noch Bilder habe und wie schnell ich hierzu Zeit finde.


    Falls die Anhängte PDF nicht gut genug Einsehbar ist in der Qualität da ich diese von 38,5MB auf unter 1MB komprimieren musste um sie hier Hochladen zu können, meldet Euch daher gerne per PN an mich.


    Liebe Grüße

    Kevin

    Gebt mir etwa 1-2 Stunden, ich werde eine Anleitung so gut ich kann erstellen. Bilder die ich damals extra für die Anleitung gemacht habe, habe ich gefunden und versuche diese mit einzubinden.

    Hallo Michael,

    du hast recht — ich hätte die Anleitung längst mal weiterreichen müssen.


    Das Fahrzeug fährt übrigens nach wie vor mit der Reparatur ohne Probleme.

    Zu deinen Fragen:

    Wo sitzt der Motor?


    Wenn die Haube geöffnet ist und du vor dem Fahrzeug stehst, befinden sich hinter dem Elektromotor auf der linken Seite (Beifahrerseite) zwei ABS-Module.

    • Das obere Modul ist für das reguläre ABS zuständig.
    • Der untere ABS-Block baut den Bremsdruck im System auf.

    Wenn der Motor dort fest sitzt oder nur noch hakelig läuft, hat man je nach Zustand entweder eingeschränkte oder gar keine Bremsunterstützung mehr.

    Die Arbeit daran ist definitiv kein Spaß und sollte nur mit entsprechender Schraubererfahrung durchgeführt werden.

    Je nachdem, wo jemand wohnt und ob sich die Anfahrt bzw. der Fahrzeugtransport lohnt, bin ich aber gerne bereit zu helfen.


    Wie öffnet man die 5-Stern-Schrauben?

    Entweder mit normalen E-Torx-Nüssen (welche Größe genau weiß ich gerade leider nicht mehr auswendig) — so habe ich es gemacht, indem ich die Nuss mit leichten Schlägen auf die Schraube geklopft habe — oder man besorgt sich direkt ein spezielles 5-Stern-E-Torx-Set.

    Da die Schrauben nur das Motorgehäuse fixieren, war mir deren Zustand nicht allzu wichtig. Man kann sie später auch gegen normale Innensechskantschrauben tauschen, falls die originalen beschädigt werden sollten.

    Das Motorgehäuse selbst ist zusätzlich mit Dichtmasse/Silikon auf den Block geklebt. Mit leichten Schlägen von allen Seiten (am besten mit einem Gummihammer) lässt es sich lösen.

    Die alten Dichtungsreste sollten anschließend sauber entfernt werden. Beim Zusammenbau muss das Gehäuse wieder ordentlich abgedichtet werden — außer man entscheidet sich direkt für einen neuen Motor.

    Von gebrauchten Teilen würde ich persönlich eher abraten. Ich selbst hatte das ausprobiert und der gebrauchte Motor war am Ende sogar in schlechterem Zustand. Letztlich habe ich aus zwei defekten Einheiten eine funktionierende gemacht.

    Das Steuergerät muss dabei meines Wissens übernommen werden, damit nichts neu angelernt werden muss. Garantieren kann ich das aber gerade nicht — eventuell funktioniert es auch Plug & Play. Dafür müsste ich mich nochmal genauer einlesen.


    Bitte seid mir nicht böse, dass bis heute noch keine vollständige Anleitung entstanden ist.

    Ihr könnt euch aber gerne per PN bei mir melden. Dann können wir bei Bedarf auch Telefonnummern austauschen.

    Liebe Grüße


    Kevin

    Ein paar Tage mehr sind vergangen.

    Die Hitze hat mir doch sehr zu schaffen gemacht und ich habe mich mehr den Recherchen gewidmet als am Fahrzeug selbst zu arbeiten. Da nun das Wetter heute besser war, habe ich einiges auf mich genommen und viel an der Zoe gearbeitet. Zwischenzeitlich war die Zoe fahrbar zusammengebaut um ein Test durchzuführen (habe den Bremspedalwegsensor getauscht am BKV als auch noch einigemale entlüftet), aber leider kein Erfolg.


    Also in den Sauren Apfel beissen und die Kiste zerlegen. ^^ Natürlich nur das Bremssystem. An die ABS Blöcke zu kommen ist eine echte Sauerei (Bremsflüssigkeit) und fingerbrecherei. Ich würde die Arbeit ohne Hebebühne keinem empfehlen. Ich konnte immerhin den Wagen heben und senken wie ich es brauchte. Mein Ziel war es die Bauteile aus dem Fahrzeug zu bekommen ohne die Achse, Lenkgetriebe oder gar den Elektromotor lösen zu müssen bzw. herauszubauen. Hat aber ganz gut geklappt.

    Der erste Block ist ausgebaut. Es ist der untere der beiden. Ich denke dieser ist für das Entkoppelte Bremssystem gedacht um das Signal vom Bremspedalwegsensor in eine unterstütze Bremskraft umzuwandeln welche dann durch den eigentlichen ABS Block zu den Rädern weiter verläuft.


    Um auf den Punkt zu kommen: Ich denke das ich den Fehler zu 90% gefunden habe. Aber da ich noch den oberen ABS Block ausbauen und kontrollieren möchte (da dort die hässlichen Geräusche herkommen), als auch noch alles wieder erstmal einbauen sowie entlüften muss, bin ich mir erstmal nur zu 90% sicher. Ich habe auch Sicherheitshalber einen gebrauchten Ersatz bestellt um alles mal gegenzuchecken und das Bauteil auf Reserve zu haben. Morgen werde ich aufjedenfall alles mal wieder zusammenbauen und testen. Ob das Problem nun behoben oder zumindest die Ursache gefunden ist, steht noch mit großer Hoffnung in den Renault Sternen. :D


    Mein vermutlich gefundener Fehler ist das der Elektromotor der Hydraulikpumpe klemmt. Habe ihn ohne das Steuergerät mit 12-14V (Batterielader) bestromt und es hat nur leise vor sich hingebrummt. Ich habe das Gehäuse des Elektromotors dann demontiert und versucht diesen per Hand zu drehen. Es lies sich nur mit starkem Kraftaufwand drehen. Ich habe den Motor dann mit einem weißen Edding markiert, das Gehäuse aufgesetzt und nochmal bestromt um zu schauen ob sich die Position verändert hat. Aber nein sie blieb bis auf 5mm abweichung unverändert.

    Ich habe dann mit der Hand kräftig hin und her gedreht und die Kohlen beobachtet. Dabei ist mir aufgefallen das ein dünnes flaches kohlestück verklemmt ist. Ich habe es herausgezogen und Motor sowie gehäuse mit Druckluft einmal durchgepustet. Nun lässt sich der Motor spielend leicht per Hand drehen. Ich habe dann das Gehäuse aufgesetzt und nochmal strom drauf gegeben. Nun siehe da, der Motor der Pumpeinheit läuft nun. Ich habe noch etwas sorge das es nur von kurzer dauer ist, aber ich möchte es testen.


    Ich muss auch sagen ich bin sehr enttäuscht von Renault was Ersatzteile betrifft. Online von Namhaften oder auch 0815 Drittanbietern etwas zu finden, keine Chance. Gebrauchte Teile kosten meist um 150-300€ oder Generalüberholte um 700€ . Also wenn ich nicht selbst Dinge reparieren könnte, wäre ich wohl zwingend an ein Renault Autohaus gebunden und würde mehr Geld ausgeben müssen für Reparaturen (Ersatzteile wie auch Arbeitszeitkosten), sodass ich schnell über den Wert des Wagens mit links kommen würde. Echt Schade. Das ist auch kein Einzelfall was Ersatzteile betrifft. Egal was ich geschaut habe was etwas spezifischer für ein E Auto ist, kostet gleich mal eine Stange Geld. Selbst gebraucht und mit hohem wieder Ausfall Risiko verbunden, bezahlt man sich echt dämlich.

    Alles was ich bisher bestellt habe musste ich aus dem Ausland kommen lassen, da es selbst mit Versandkosten und Steuern wesentlich Billiger war als in Deutschland etwas zu kaufen.


    Aber gut. Genug gejammert.


    Ich halte Euch auf dem laufenden.

    Sollte die Reparatur gelungen sein, werde ich schauen das ich eine Bebilderte Anleitung hochlade.


    Beste Grüße Kevin

    Kurzer Zwischenstand.

    Ich hab die Zoe auf die Bühne gepackt und zweimal rundum mit DDT4ALL der Reihe nach Entlüftet. Blasen sind keine gekommen.


    Aber eine sache ist komisch. Kurz zuvor die frage: Hat jemand von Euch schonmal mit dem Programm die Bremse/ABS angesteuert und entlüftet?

    Geht bei euch bei jedem Rad die Pumpe an?


    Denn bei mir startet die Pumpe nur auf der rechten Seite. Also Vorne Recht und Hinten Rechts. Vorne Links und Hinten Links macht es nur hörbar klack (denke magnetventil) aber es gibt keine Pumpvorgänge der Pumpe. Ist das normal oder habe ich womöglich doch einen Defekt am ABS Block? Desweiteren wiegesagt klingt das nicht gesund wenn das Ding pumpt. Aber ob das so sich anhören muss weiss ich nicht.


    Ich danke Euch schonmal und freue mich auf eine Rückmeldung

    Dir ist schon klar, dass da keine einfache hydraulische Bremse mit BKV werkelt, sondern dass die Zoe eine so genannte "entkoppelte Bremse" hat?

    Informier' Dich mal über "Bosch iBooster" - soweit ich weiß, steckt der in der Zoe Ph 1 und in der Ph 2 haben sie dann den iBooster 2 verbaut.


    Die Funktionsweise dieser Bremse weicht deutlich von der klassischen Bremse mit Unterdruck-BKV ab, weil beim Betätigen des Pedals erstmal elektrisch gebremst wird und die mechanische Bremse erst dann zum Einsatz kommt, wenn die per Pedal angeforderte Verzögerung nicht mehr rein elektrisch erzielt werden kann. Auch die BKV-Unterstützung erfolgt elektrisch und das Ganze hat eine ziemlich komplexe Steuerung - ich weiß nicht, wie weit man da ohne das renault-spezifische Diagnosesystem kommt.

    Hey, ja das ist mir bewusst das die Geschichte des Bremssystems doch etwas komplexer ist. Danke für den Tipp mit dem Bosch iBooster. Ich lese mich mal ein.