Beiträge von wohliks

    Bei einer Zoe wird die Anzeige gelb, bei zwei angeschlossenen rot und bei drei fliegt der FI sofort. Es ist offensichtlich, dass Renault bei der Prüfung mit einer unnötig hohen Prüfspannung und/oder zu wenig Innenwiderstand misst, was einen zu hohen Fehlerstrom erzeugt.

    Äähh... Drei Ladepunkte/Wallboxen an einem FI?? Da gehört meiner Ansicht nach ein FI je Ladepunkt hin, denn erstens ist es blöd, wenn ein Fehler an einem der Ladepunkte immer gleich alle drei lahmlegt und zweitens ist dann auch das beschriebene Problem weg.

    Mit persönlich ist es lieber, wenn mein Auto die Erdung penibel prüft, auch wenn ihm das den Ruf einer Ladezicke eingebracht hat.

    Bei fehlender/schlechter Erdung können gefährliche Berührspannungen auftreten, hier gibt's ein interessantes Video dazu: YouTube

    Der SoH ist kein Marketing-blah oder so. Er ist als Größe definiert und kann auch gemessen werden:


    Über einen Lade-Entlade-Zyklus (von Entladeschlussspannung zu Ladeschlussspannung und zurück) misst man jeweils die vom Akku aufgenommene und abgegebene Energiemenge. Entspricht die gemessene Energie der nominalen Kapazität, ist der SoH 100 %, liegt sie darunter, ist der SoH entsprechend geringer.


    Da der Akku der Zoe aber praktisch nie den vollen Zyklus durchläuft, muss der Batteriecontroller sich den SoH aus anderen im Alltagsbetrieb messbaren Parametern "zusammenreimen", z.B. indem der Verlauf der Zellenspannungen im Verhältnis zur aufgenommenen/ abgegebenen Energiemenge betrachtet wird. Da muss dann aber der Algorithmus passen, sonst kommt da - wie wir ja am praktischen Beispiel der LBC-Firmware in der Zoe sehen - ein falsches Ergebnis raus.

    Nachgelesen und Schlussfolgerungen gezogen:

    Die Brutto-Kapazität des Akkus beträgt 54 kWh und wird niemals komplett genutzt, ein Aufladen bis zur "physikalischen Grenze" findet also grundsätzlich nicht statt. Das Batteriemanagement hält sowohl nach unten zur Entladeschlussspannung als auch nach oben zur Ladeschlussspannung immer eine Sicherheitsmarge ein. Dabei bestimmt die schwächste Zelle die nutzbare Gesamtkapazität des Akkus und das muss das BMC auch penibel beachten, denn wenn eine Zelle durch Tiefentladen oder Überladen zerstört wird, macht das den kompletten Akku unbrauchbar.


    Wenn man sich in CanZE die Daten betrachtet, kann man sehen, das die verfügbare Energiemenge eben dem als SoH angezeigten Prozentsatz der Nominalkapazität entspricht.

    Auslöser für ACTIS 64453 (Update der LBC-Firmware wegen falschem SoH) ist, wenn der Kunde eine geringe Reichweite reklamiert.

    Hast Du mal versucht, die Zoe erneut mit der App zu verbinden? Es gibt wohl ein paar Einzelfälle, in denen nach einem Update des EasyLink die Zoe nicht mehr mit der App verbunden war - vielleicht bist Du auch davon betroffen.

    Das würde ja bedeuten, das ich weiter fahren könnte als die Reichweitenanzeige angibt oder ist dann trotzdem vorher Schluss?

    Nein - Beispiel: Wenn der LBC einen SoH von (fälschlicherweise) 90 % ermittelt hat, sind nur noch 90 % der Akkukapazität freigegeben bzw. geht das Energiemanagement der Zoe von einer auf 90 % gesunkenen Akkukapazität aus.

    Das heisst, bei vollgeladenem Akku stehen nicht mehr 52 kWh zur Verfügung, sondern nur noch 46,8 kWh. Nach Ausführung der ACTIS-Lösung erkennt das Energiemanagement wieder den tatsächlichen SoH (mutmaßlich 99,x %) und die Kapazität wird wieder voll genutzt.


    Das oben Geschriebene gilt für den Fall, dass der Fehler bei Deiner Zoe vorliegen sollte.

    CanZE und Dongle - oder eine Diagnose bei Deinem Händler.


    Es könnte auch sein, dass Deine Zoe von dem Bug der LBC-Firmware betroffen ist, der falsche Werte für den SoH verursacht.

    Dadurch wird bei Volladung zu geringe Reichweite angezeigt, weil der LBC nicht mehr die volle Akkukapazität nutzt.

    Dazu gibt es eine ACTIS-Lösung in Gestalt eines Firmware-Updates des LBC (Lithium Battery Controller).

    Das Tronity eigentlich unbeliebt ist, weiß man ja.

    Nur noch kurz dazu:


    Das hat mit "unbeliebt" nichts zu tun - man sollte sich nur der Grenzen der App bewusst sein: Da sie nur mit Daten aus der Renault-API rechnen kann und keine echten Messwerte (z.B. die geladene Energiemenge) hat, sondern das über Annahmen (wie z.B. 1 % SoC entspricht 520 Wh) und die Verknüpfung der verfügbaren Daten (geladen von SoC x bis SoC y, Änderung der Reichweite von x in y) rechnerisch ermitteln muss, entstehen zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten, die über die Zeit noch anwachsen.


    Darum mein Fazit:

    Tronity ist okay, aber es eignet sich nicht als absoluter Maßstab. Bei der Nutzung der App sollte man immer die Unzulänglichkeiten der Datengrundlage und die Unschärfen der Berechnungsmethoden im Hinterkopf haben.