Erfahrung Ganzjahresreifen Renault ZOE - Vergleich zu Sommerreifen und Winterreifen - Vor und Nachteile.

  • wir fahren "nur" 10.000 KM pro Jahr, dennoch habe ich die Allwetterreifen (hinten: Michelin Crossclimate, vorne: Hankook Kingergy 4S) gegen dedizierte Sommerreifen getauscht, kommenden Winter kommen dann neue Winterreifen.

    Die Crossclimate sind vom Gummi her spröde (DOT 2021) und die Hankook an den Schultern stärker abgefahren als in der Mitte: Letzeres könnte man evtl. mit höherem Luftdruck lösen, was ich mit den Winterreifen auf jeden Fall tun werde. Auch die Sommerreifen fahre ich derzeit mit +0,3 über den Empfehlungen von Renault, um dem ungleichmäßigen Verschleiß entgegenzuwirken.

  • Hab exakt die gleichen Erfahrungen mit den Michelin Crossclimate gemacht, und das auch mit den gleichen Fahrleistungen. DOT 21, hab ich letzten Herbst runtergeschmissen.

    Und die waren schon ein Jahr vorher so hart, hab es nur nicht gleich verstanden.

  • als Reifenmonteur habe ich das oft, auch die angeblich so tollen "Goodyear" Ganzjahresreifen sind nicht besser als die Crossclimate von Michelin. Es ist eher selten, dass Sommerreifen so heftig aufspröden oder auch verschleißen. Ich glaub dieser Allwetter-Hype geht ziemlich nach hinten los. Meine gewerblichen Kunden stehen mit ihren Nutzfahrzeugen alle 25 TKM mit Slicks bei mir, während ich ähnliche Fahrzeuge locker 60 TKM bewege. Ich kann es mir nur so eklären, dass ein Ganzjahresreifen in den heißen Sommermonaten überproportional verschleißt. Oft stehen die Kunden dann im Oktober mit Allwetterreifen mit 3mm Profil bei mir und ich sag "gesetzlich 1,6mm, aber wenn es bei Schnee kracht, wird dir die Versicherung unter 4mm ne Teilschuld anrechnen" - also fliegen die Ganzjahresreifen runter, genutzt wurden von den 8mm denn eben nur 5mm. Früher hatte jeder Platz für einen Satz Felgen, der heutige Faulpelz rechnet "Reifenhotel" gegen die Allwetterreifen und damit geht die Rechnung immer für den Allwetterreifen auf. Ich habe mit 16 angefangen, meinem Papa die Räder umzustecken. Heute undenkbar größtenteils.
    Bei Kompletträdern hat man auch immer die Möglichkeit, die Felgen einmal "richtig" sauber zu machen. Auf dem Fahrzeug ist das immer nur teilweise möglich. Aber Faulheit siegt und Allwetterreifen setzen sich durch. Zur Freude der Reifenindustrie und ich freu mich auch, weil ich durchgehend Arbeit habe, anstatt zu den "Stoßzeiten"

  • Ich hab den Räderwechsel vom Schwiegervater gelernt und bin inzwischen auch mit Schlagschrauber, Hydraulikheber und Drehmomentschlüssel ausgestattet.

    Gleichwohl hatte ichs eben mal probiert, die Räder waren an der gebraucht erstandenen Zoe dran. Hatten übel Sägezahn, mit zweitem Wagenheber von Nachbarn aufgebockt um sie von vorn nach hinten zu tauschen, half aber auch nicht lang.


    Zwei Radsätze inklusive "Schwerlastreifen" und RDKS gehen aber auch ganz schön ins Geld.

  • das stimmt schon. Borbet Felgen in 16" ca. 80 EUR pro Felge, RDKS ca. 20 EUR pro Sensor. Dennoch, Verschleißteile sind die Reifen und die Sensoren (halten ca. 7 Jahre), die Felgen kann man bei Fahrzeugwechsel wieder verkaufen. Ganzjahresreifen sind im Sommer so schnell runter, dass ich behaupte, man holt die Kosten für den Wertverlust an den Felgen und durch weniger Reifenverschleiß wieder rein.

  • Hallo miteinander,


    ich hab jetzt die erste "Referenzfahrt" auf der Autobahn mit neuen Sommerreifen absolviert, nachdem ich die Michelin Ganzjahresreifen (Ausrüstung ab Werk) runtergeschmissen hatte.


    Fahrweise so um die 120 angestrebt, je nach Verkehrssituation und Streckenprofil auch mal 130, 140 oder bergauf eher so 110. So wie ich es zuvor auch mit den anderen Reifen gemacht habe.

    Wetterbedingungen moderat, Klimaanlage hatte wenig zu tun und war teilweise auch ganz aus.


    Und siehe da, jetzt hab ich erstmalig Autobahnverbräuche knapp unter 20kWh hinbekommen (brutto, also ab Ladesäule ermittelt). Im Tachodisplay unter 18kWh.


    Meine Schlussfolgerung: Der Mehrverbrauch mit den Ganzjahresschlappen war doch erheblich, so um die 10% geschätzt.


    Ach so: Mit "Referenzfahrt" meinte ich eine Fahrstrecke, die ich desöfteren mal und zu allen Jahreszeiten schon gefahren bin, so dass es mir einigermaßen vergleichbar erscheint, und merklich Wind war auch nicht.

  • deckt sich mit unseren Erfahrungen. Bei einer Fahrt über eine repdroduzierbare Strecke (Schleichweg ohne Autobahn und ohne große Landstraßen) konnten wir mit Sommerreifen 12,9 Kw/h erreichen, extremes Beispiel, aber wir haben auch auf dieser "Idealstrecke" für ein E-Fahrzeug nie unter 14 Kw/h erreicht. Zudem freut sich die Freundin über smoothes Fahren mit weniger Abrollgeräuschen. Michelin Original Sommerreifen, mit der die ZOE ausgefliefert wurde, von einem Besitzer, der auf Ganzjahresreifen gewechselt hat.
    Waren bei einem Satz Originalfelgen mit Sensoren und den Reifen dabei, die 275 EUR waren gut investiert, dafür stecke ich gerne zweimal im Jahr um. Dann kann ich auch vor der nächsten Montage die Räder richtig sauber machen und neu Wuchten.