Gute Frage - es gibt neben den üblichen FI-Schaltern noch solche "mit Selektitivät". Diese werden in einer Verteilung vor den "normalen" FI-Schaltern eingesetzt - damit wird sichergestellt, dass beim Auslösen des "normalen" FI in einer Unterverteilung nicht auch der vorgeschaltete FI rausfliegt und unnötigerweise größere Abschnitte des Verteilnetzes abschaltet. Versagt ein "normaler" FI, dann reagiert der selektive FI sozusagen als Notreserve.
Wenn man normale, also nichtselektive FIs hintereinanderschaltet, ist nicht mehr vorhersagbar, in welcher Weise sie im Fehlerfall auslösen (einzeln oder gleichzeitig) - der Sicherheit tut das aber keinen Abbruch, weil der Stromkreis so oder so abgeschaltet wird. Aber es geht eben eleganter mit Selektivität, dann erspart man sich ggf. die Lauferei zur Hauptverteilung.
Was die festinstallierte Ladetechnik angeht, gibt es zwei Möglichkeiten: Der vorgeschriebene FI-Schalter Typ B (sensitiv für gepulste Fehler-Gleichströme bzw. "allstromsensitiv") steckt entweder in der Wallbox oder muss, wenn die Wallbox keinen enthält, vorgeschaltet werden. Das relativiert manche Wallbox-Preise, denn wenn eine billige Wallbox keinen integrierten FI hat, muss einer in die Unterverteilung eingebaut werden - und die Dinger sind relativ teuer (ab 130,- €).
Eine fliegende Ladeeinrichtung wird ja in der Regel an eine - wie auch immer geartete - Steckdose angeschlossen, da ist bei jüngeren Installationen einer CEE16/32 auf jeden Fall schon ein FI-Schalter Typ A vorhanden - diesen könnte man durch einen Typ B ersetzen, um auf der sicheren Seite zu sein. Da man darauf aber bei Fremd-Steckdosen keinen Einfluss hat, ist es ganz sinnvoll, wenn die Ladeeinrichtung selbst eine solche Funktion integriert hat, damit ist man auch beim Laden an unbekannten Installationen vor Personen- und Sachschaden geschützt. Dass dabei im Zweifel ein FI vor der Steckdose und der FI im Ladeziegel hintereinandergeschaltet sind, ist kein Problem.