Die Kosten sind bei mir auch explodiert und ich bin nicht mehr bereit eine so hohe Summe zu zahlen. Das hier ist meine persönliche Meinung und kein allgemeiner Ratschlag.
Ich kümmere mich jetzt wieder selbst um alles, wie bei meinen vorherigen Fahrzeugen.
Wenn keine (verlängerte) Gewährleistung mehr besteht, würde ich aufjeden Fall ein Angebot einer freien Werkstatt oder Kette (ausgenommen die mit A) anfragen.
Zum Vergleich: Für denselben Betrag bekam man früher bei einem Verbrenner Zahnriemen, Keilriemen und eine neue Wasserpumpe - komplett inklusive Einbau.
Normale Wartungsarbeiten wie:
Wasserkasten durchspülen
Düsen einstellen
Wischwasser auffüllen
Bremsflüssigkeit prüfen
Sicherungshaken prüfen/schmieren
Fahrwerk kontrollieren
würde ich an eine freie Werkstatt auslagern.
Das spart oft Geld, einige freie und größere Ketten, bieten Wartung nach Herstellervorgabe inklusive Eintragungs ins elektr. Register an, wenn man das explizit möchte.
12V-System der Zoe
Den 12V-Akku pauschal zu tauschen kann man machen - muss man aber nicht.
Der DC/DC-Wandler stirbt nicht sofort, wenn der Akku Probleme macht.
Wenn der Akku wirklich „zickt“, startet die Zoe gar nicht mehr, da der kurze Stromimpuls zum Zuschalten der HV-Akkuschütze dann nicht ausreicht.
Das habe ich selbst alles schon mehrfach durch gemacht.
Versuch mit LFP-Akku
Ich habe testweise einen LFP-Akku verbaut.
Problem: Die UPC in der Zoe hat keinen Stromsensor wie bei Verbrennern.
Das heißt es gibt kein echtes 12V-Management. Die Spannung wird zwar gelegentlich angehoben, Stand länger als 24h und beim Laden als Beispiel.
Aber der DC/DC gibt einfach maximalen Strom, bis die Zielspannung erreicht ist.
Dadurch hat das BMS des LFP-Akkus abgeschaltet - und die Zoe lief komplett auf dem DC/DC weiter.
Ich habe mit dem Oszilloskop geprüft: Keine Spannungsspitzen, der DC/DC regelt sauber und schnell. Also: leerlauffest!
Probleme mit der Parkbremse
Danach hatte ich zufällige Fehler bei der Parkbremse, bis ich schließlich den gemeinsamen Nenner gefunden habe.
Da der TÜV-Termin näher rückte und ein Fehler in der Parkbremse das Ausbleiben der Prüfplakette bedeutet hätte, musste ich handeln.
Also habe ich größere Geschütze aufgefahren und war nicht mehr zimperlich was das 12V abklemmen an ging:
Ich habe die Batterie auch bei laufendem DC/DC abgeklemmt, Zoe läuft weiter, bis zum Timeout von 1 min ohne Zündung.
Oder bei ausgeschaltetem DC/DC, aber noch mit eingeschalteten ECUs:
Ebenfalls kein Problem. Die Zoe hat unterm Strich alles überlebt.
DC/DC-Verhalten & Batteriewechsel
Der DC/DC läuft ca. 1 Minute nach dem Ausschalten weiter - sofern keine Tür geöffnet, geschlossen wird oder mit der Fernbedienung gespielt wird.
Wenn die Zoe nicht verriegelt ist, schalten nach 10 Minuten alle Steuergeräte nacheinander ab.
Empfohlene Vorgehensweise beim Batterietausch:
Fahrzeug aufschließen, Motorhaube öffnen, anschließend abschließen.
10 Minuten warten, bis alle Steuergeräte schlafen.
Kühlmittelausgleichsbehälter aushängen (Splint lässt sich per Hand drehen) und leicht nach unten drücken.
Abdeckblech über der Batterie abschrauben, Richtung Motor drehen und entnehmen.
Batteriepole abklemmen, Pluspol Richtung Motor drücken.
Batterie um 90° drehen und herausnehmen.
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Neue Batterie in umgekehrter Reihenfolge einbauen.
Spannungswerte
12,7 V Leerlaufspannung bedeutet bei Nass- und EFB-Batterien voll geladen. Fabrikneue Akkus können auch eine etwas höher Leerlaufspannung haben.
AGM-Batterien haben grundsätzlich eine etwas höhere Leerlaufspannung. (12,8-13V).
Aber eine hohe Spannung heißt nicht automatisch, dass die Batterie intern gesund ist.
Beobachtungen & Umbauten
Ich habe nun eine Varta A9 Silver Dynamic AGM XEV 12 V / 50 Ah / 540 A verbaut - die verträgt auch hohe Ladeströme, wie sie der DC/DC manchmal liefert.
Zusätzlich habe ich alle Nachladefunktionen in der UPC deaktiviert, da diese nur für SOC-Schwund sorgen, aber bei schwächelndem 12V Anker zumindest bei mir versagt haben.
Alle 2 Tage lief der DC/DC 6 Stunden mMn unnötig.
Die Leerlaufspannung habe ich auf 13,8 V angehoben, damit die Batterie dauerhaft voll bleibt. 13,2V wäre der Standardwert, mag noch OK für Nass/EFB sein, aber definitiv nicht für AGM.
Wartungskosten
1. Wartung: 138 €
2. Wartung: ca. 160 €
3. Wartung: trotz „keine Teile ohne Rücksprache“ → 680 €
Getauscht wurden u.a.:
12V-Akku (250 € netto)
Scheibenwischer (75 € netto)
Der „neue“ 12V Anker hat genau ein Jahr gehalten... tolle Qualität für den frechen Preis!
Super, wenn man dann irgendwo an der Ladesäule liegen bleibt.
Ein freundlicher Verbrennerfahrer hat mich schließlich überbrückt - und sich dabei kaputtgelacht.
Kühlmittel
Warum sollte man das Kühlmittel tauschen?
Wenn der Kreislauf dicht ist, können keine Mikroorganismen eindringen.
Das ist meiner Meinung nach die größte theoretische Gefahr, weil wir niedrigere Betriebstemperaturen haben als beim Verbrenner.
Kältemittel (Klimaanlage)
Sehr wichtig!
Spätestens alle 2 Jahre sollte man einen Klimaservice machen (am besten in einer freien Werkstatt oder Kette um die Renault-Gebühren zu umgehen).
Um eventuellen Kältemittelverlust aufzufüllen, wenig Kältemittel mag der Kompressor wohl nicht auf Dauer, so wie man hier ließt.
Würde auch sagen dass das System die größte Schwachstelle der Zoe ist.
Abläufe
Wurde im Prinzip bereits alles gesagt, die Gumminippel kommen noch von den Verbrennerkisten, es soll verhindern das Abgaße dadurch in den Innenraum gelangen können, wenn die bis in den Wasserkasten aufsteigen würden. Darf also ab, prüfen der Abläufe geht ja einfach mit ner Gießkanne.